Weltentwicklungsbericht 2011: Gewalt und Konflikte verhindern Entwicklung – Konzentration auf fragile Staaten nötig
BERLIN. Zu der Vorstellung des Weltentwicklungsberichts 2011 der Weltbank erklärt der Sprecher für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der FDP-Bundestagsfraktion Harald LEIBRECHT:Weltweit leben heute etwa 1,5 Milliarden Menschen in Ländern, die von Gewaltkonflikten, organisierter Kriminalität oder Fragilität gezeichnet sind. Keines dieser Länder hat bis heute auch nur eines der UNMillenniumsentwicklungsziele erreicht; ihre Bürger sind häufiger von Verarmung und mangelnder Schulbildung betroffen als die Bürger gewaltfreier Staaten. Gewalt und Konflikte verhindern also Entwicklung, andererseits sind aber gerade auch Armut, Exklusion und Arbeitslosigkeit maßgebliche Faktoren für Gewalt.
Um diesen Teufelskreis von Konflikt und Unterentwicklung zu durchbrechen, empfiehlt der Weltbankbericht eine neue internationale Zusammenarbeit. So sollen vertrauensbildende Maßnahmen und Institutionenaufbau mit Reformen in den Bereichen Sicherheit, Justiz und
auf dem Arbeitsmarkt flankiert werden. Hier müssen Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik zusammenarbeiten. Die Entwicklungen in Nordafrika und dem Mittleren Osten haben aber auch gezeigt, dass Stabilität langfristig nur erreicht werden kann, wenn die Institutionen vom Volk gestützt werden. Deswegen dürfen wir die Förderung von guter Regierungsführung, Demokratie und Zivilgesellschaft nicht als zweitrangig ansehen.
