05.02.2008
Ein „Geschmäckle“ hat die Sache mit der deutschen Sektion von UNICEF auf jeden Fall
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Zu den Veruntreuungsvorwürfen bei UNICEF-Deutschland äußert sich der FDP-Abgeordnete Harald LEIBRECHT, Mitglied und Obmann des Unterausschusses Vereinte Nationen:Noch ist relativ unklar, was genau bei UNICEF Deutschland vorgefallen ist und was an den erhobenen Vorwürfen dran ist. Fest steht jedoch schon jetzt: Ein „Geschmäckle“ hat die Sache mit der deutschen Sektion von UNICEF auf jeden Fall. Auch wenn KPMG in ihrem Bericht festgestellt hat, dass es keine persönlichen Bereicherungen gab, so weist der Prüfbericht doch auf erhebliche formale Fehler in der Geschäftsführung hin, so unter anderem Verstöße gegen Unterschriftenregeln, das Vier-Augen-Prinzip und die Schriftform von Verträgen.
Aber das ist nicht das einzige Problem. Was meines Erachtens im Ergebnis viel schwerer wiegt, ist der mögliche Entzug des Spendensiegels für UNICEF Deutschland. Denn: Erfolgsbezogene Vergütungen (also Provisionen) bei der Vermittlung von Spenden sind mit dem Spendensiegel "grundsätzlich nicht vereinbar". Provisionen sind aber offenbar bei UNICEF geflossen. Hinzu kommt, dass auch die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen gegen UNICEF-Geschäftsführer Garlichs eingeleitet hat. Der Anfangsverdacht: Veruntreuung von Spendengeldern.
All das führt leider nicht nur zu einem Imageverlust von UNICEF Deutschland, sondern auch der Vereinten Nationen allgemein. Das ist sehr bedauerlich, denn die Vereinten Nationen und ihre verschiedenen Unterorganisationen sind und bleiben ein wichtiges Element zur gleichberechtigten Entwicklung der Weltgesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass durch diesen Skandal all die anderen karitativen Organisationen, die ebenfalls von Spendengeldern abhängig sind und dabei sehr genau und gewissenhaft mit ihren Geldern umgehen, nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.