20.02.2008
Aberkennung des Spendensiegels für UNICEF Deutschland ist bedauerlich, aber doch ein richtiger Schritt für einen glaubwürdigen Neuanfang
zum Herunterladen: PM_Aberkennung_Spendensiegel_Unicef_20.02.08.pdf (76,15 KB)
Zu den aktuellen Entwicklungen in der Affäre um UNICEF Deutschland äußert sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Harald Leibrecht, Sprecher für die Angelegenheiten der Vereinten Nationen für die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, wie folgt:So bedauerlich die Botschaft auch ist, so unausweichlich war sie. Die Aberkennung des Spendensiegels für UNICEF Deutschland ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einem glaubwürdigen Neuanfang. Erst durch einen absolut reinen Tisch und echte Transparenz kann es UNICEF Deutschland gelingen, das Vertrauen der vielen Spender in unserem Land wiederzugewinnen.
Aus meiner Sicht ist es konsequent, der deutschen Sektion von UNICEF, so wie sie in der Vergangenheit gearbeitet hat, das Spendensiegel abzuerkennen. UNICEF Deutschland hat sehr unprofessionell gearbeitet, und u.a. auch Provisionen an Spendenwerber verschwiegen. Nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) hat UNICEF Deutschland von 2004 bis 2007 drei professionelle Spendenwerber erfolgsabhängig bezahlt, Nachfragen aber stets verneint. Mit den falschen Angaben hat UNICEF Deutschland gegen die in den Spendensiegel-Kriterien verankerte Darlegungspflicht verstoßen.
Die deutsche UNICEF-Sektion ist jetzt aufgerufen, ihre Arbeitsweise und Aufsichtsstrukturen unverzüglich umzubauen, damit nach der vorgeschriebenen Aussetzungsfrist von einem Jahr das Spendensiegel wieder erlangt werden kann.