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Menschenrechte

Menschenrechte fangen zu Hause an
Die neue Online-Plattform www.menschenrechte.jugendnetz.de der Jugendstiftung Baden-Württemberg zeigt Jugendlichen, dass Menschenrechte nicht nur in China ein Thema sind. 
Im Paulusgemeindehaus in Kornwestheim ist eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre spürbar. Letzte Vorbereitungen werden getroffen, Kameras eingestellt, Mikrofone überprüft und das Kuchenbuffet aufgebaut. 40 Schülerinnen und Schüler warten gespannt auf ihren Gast. In wenigen Minuten wird ein jüdischer Überlebender des Holocaust bei Ihnen sein, viele Fragen beantworten und von seinen Erlebnissen vor über 60 Jahren berichten. Nach dem Gespräch herrscht Schweigen und tiefe Nachdenklichkeit im Raum. Die Jugendlichen nehmen viele Eindrücke mit nach Hause und Franziska und Frank beschäftigt - wie ihre Klassenkameraden - die Frage, was sie tun können, um Friedhofsschändungen, Nazischmierereien und andere Übergriffe von Neonazis und Skinheads zu verhindern. Die Jugendlichen hatten sich auf das Zeitzeugeninterview zusammen mit Angelika Vogt von der Jugendstiftung Baden-Württemberg mehrere Wochen lang vorbereitet und das Gespräch selber dann per Videokamera aufgezeichnet. Jetzt wurde das Zeitzeugen-Interview  auf der neuen Internetplattform www.menschenrechte.jugendnetz.de veröffentlicht.
„Menschenrechte sind wie Spielregeln. Sie sagen, was möglich ist und schützen dich gleichzeitig. Menschenrechte sind also auch deine Rechte und du spürst sie tagtäglich: am Arbeitsplatz, bei Streitigkeiten, in der Schule ... Anders als beim Glücksspiel kannst du dich auf sie verlassen.“ Mit diesen Sätzen startet die neue Internetseite www.menschenrechte.jugendnetz.de. Mit Fotos und kurzen Texten werden hier die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 vorgestellt. Schnell wird dabei deutlich, dass es bei Menschenrechten auch um unseren Alltag geht. Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz ist ein eklatanter Verstoß gegen Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten. Auch die Diskussion um einen Mindestlohn hat etwas mit Menschenrechten zu tun. Festgeschrieben ist hier, dass jeder das Recht auf einen fairen Lohn hat, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Wenn der Lohn dazu nicht ausreicht, muss der Staat zusätzlich dafür sorgen.
Kinder  haben ein besonders Anrecht auf Schutz durch die Gesellschaft. Haben sie aber eine Lobby in der Politik? Und werden die Rechte der Kinder gestärkt, wenn sie in unserer Verfassung verankert sind? Auch diesen Fragen geht die neue Seite nach. Zusätzliche Denkanstöße für jeden Tag bietet der Menschenrechtskalender und es werden viele Projektideen vorgestellt.
Menschenrechte definieren vor allem Rechte jedes Einzelnen gegenüber dem Staat. Sie nehmen aber auch uns in die Verpflichtung, die Menschenrechte zu verteidigen und für andere und die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Wie das gehen kann, zeigen die Portaits im Bereich „Aktiv dabei“. Hier kommen ganz unterschiedliche Jugendliche zu Wort: Adrien ist  Schulsanitäter, Zeka spielt einmal in der Woche mit Kindern Fußball im Jugendhaus, Carola und ihre beiden Freundinnen sind Streitschlichterinnen, Mario besucht alte Menschen.
Welche Rechte habe ich und was kann ich tun, wenn meine Rechte verletzt werden oder ich Zeuge von Unrecht bin? Um diese Frage geht es im Bereich „Meine Rechte“. Neben Informationen will die Seite vor allem Mut machen, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Wenn Jugendliche auf dem Schulhof Zeuge einer Schlägerei werden oder an der Bushaltestelle ein Obdachloser angepöbelt wird, geht es nicht darum, den Helden zu spielen, sondern hinzugucken, einzuschreiten oder Hilfe zu organisieren.
Die Plattform www.menschenrechte.jugendnetz.de ist ein Projekt der Jugendstiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ und ein neues Angebot innerhalb von www.jugendnetz.de, dem größten Jugendinformationsportal in Baden-Württemberg. Die Seite soll auch in Zukunft zusammen mit Jugendlichen weiterentwickelt werden. So arbeiten Jugendliche aus Karlsruhe derzeit an Handy-Clips zum Thema Menschenrechte und zwei Jugendgruppen bereiten sich auf weitere Zeitzeugeninterviews mit einem Republikflüchtling aus der ehemaligen DDR und einem Asylberechtigten vor, der bei uns auf eine neue Zukunft hofft.
Wichtige Information für die Presse:
Pressekontakt:
Jugendstiftung Baden-Württemberg
Tel. 0 70 42 / 83 17 - 0
www.menschenrechte.jugendnetz.de
Ansprechpartnerin bis zum 8.5.2008 und dann wieder ab dem 26.5.2008
Birgit Schiffers (Projektverantwortliche Menschenrechtsportal)
Tel.: 0 70 42 / 83 17 - 32
schiffers@jugendnetz.de
Ansprechpartnerin  vom 12.5.2008 – 22.5.2008:
Eva Rothfuß (Verantwortliche Jugendnetz)
Tel. 0 71 41 / 507 23 05 (Mo, Di, Mi)
Tel. 0 70 42 / 83 17 - 15 (Do)
rothfuss@jugendnetz.de

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