Harald Leibrecht - Ihr Bundestagsabgeordneter für Neckar Zaber

Sonntag, 5. Februar 2012  zurück Seite weiterempfehlen Druckversion

Ein Praktikumsbericht aus erster Hand

PraktikantInnen sind in meinem Büro dabei eine wichtige Stütze. Allerdings nicht zum Kaffeekochen und Kopieren, dafür gibt es jeweils gute Maschinen.


So vielversprechend wird auf dieser Homepage für ein Praktikum im Büro Leibrecht geworben und gerade auch deswegen waren meine Erwartungen an meinem ersten Tag relativ hoch. Nach abgeschlossenem Bachelor in European Studies wollte ich endlich einmal die politische Praxis live erleben; von allen Seiten hörte ich "Oh, Praktikum im Bundestag, das ist richtig gut." Was aber genau macht man als Praktikantin in einem Abgeordnetenbüro?

Dieser Praktikumsbericht soll euch nun einen guten Eindruck in das "wahre Praktikantenleben" vermitteln. Zunächst vorneweg: die Zeit hier macht wirklich viel Spaß und ist erfahrungs-, ereignis- und lehrreich. Das liegt neben dem netten und lustigen Team und Chef vor allem auch an den interessanten Themenbereichen, in denen Herr Leibrecht engagiert ist und an den Aufgaben, die man als Praktikant anvertraut bekommt.
Auch wenn kein Tag dem anderen gleicht - normalerweise ist zumindest der Start immer ähnlich: Zunächst ist die Post an der Reihe, was sich langweiliger anhört, als es in Wirklichkeit ist!

Eine fleißige Praktikantin bei der Arbeit
Auch wenn kein Tag dem anderen gleicht - normalerweise ist zumindest der Start immer ähnlich: Zunächst ist die Post an der Reihe, was sich langweiliger anhört, als es in Wirklichkeit ist!

Denn tagtäglich befinden sich darin Einladungen zu den tollsten Veranstaltungen. Oft hat Herr Leibrecht dann die Qual der Wahl zwischen einem Empfang bei dem aserbaidschanischen Botschafter, einem parlamentarischen Abend in der russischen Botschaft und dem Sommerfest des Bundespräsidenten.
Häufig ergibt sich dann auch die Möglichkeit für diese Termine zu recherchieren und die Gesprächsthemen aufzubereiten, wie beispielsweise für eine Diskussionsrunde im Wahlkreis zum Euro-Rettungsschirm.

Ansonsten orientieren sich Rhythmus und Dienstalltag natürlich am Kalender des Abgeordneten. Eine typische Woche in Berlin beginnt montags mit den letzten Vorbereitungen für den Unterausschuss für Auswärtige Kultur – und Bildungspolitik, der am späten Montagnachmittag stattfindet. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der immer mittwochs tagt. Das Zusammenstellen von Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Punkten auf der Tagesordnung ist eine meiner Lieblingsaufgaben. Ob erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern, Klimaschutz, Bildungsprojekte in Afghanistan oder Bevölkerungswachstum. Die Themen der Ausschüsse sind sehr vielfältig und spannend.

Am Dienstag hatte ich dann oft die Möglichkeit, Herrn Leibrecht sowohl in die „Arbeitsgruppe zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung“, als auch in den Arbeitskreis I "Internationale Politik" zu begleiten. Hier bekommt man durch die Erfahrungsberichte der geladenen Experten einen tollen Einblick in Länder und aktuelle Konflikte.  So zum Beispiel wenn der Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Georgien erzählt, dass er sich noch vor dem Zähneputzen vergewissert, dass vor seiner Haustür kein Krieg ausgebrochen ist - Alltag im Kaukasus!

Dienstag findet ebenfalls die eigentlich geschlossene Fraktionssitzung statt, die ich auch einmal besuchen durfte. Die Diskussionen zwischen Westerwelle und Co. samt steten Seitenhieben auf die Opposition waren sowohl interessant als auch amüsant und gaben mir natürlich einen besonders guten Einblick ins parteipolitische Alltagsgeschäft.
Mittwoch ist Ausschuss- und Plenumstag. An diesem Tag steht häufig die Teilnahme an der Sitzung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf meiner Agenda. Neben Besuchen von Entwicklungsminister Dirk Niebel waren stets andere hochkarätige Gäste geladen, um beispielsweise über Klimaschutzstrategien zu debattieren. Zu meinem Glück wurde in der ersten Woche meines Praktikums der 7. Milliardste Mensch geboren. Dieses Ereignis wurde nicht nur von Minister Niebel und dem Leiter der UN-Weltbevölkerungsabteilung im Entwicklungsausschuss thematisiert, sondern auch von zahlreichen internen und externen Veranstaltungen begleitet, an denen ich ebenfalls teilnehmen konnte.

Bei einem Praktikum im Bundestag dürfen natürlich auch Plenumsbesuche nicht fehlen. Das Sahnehäubchen waren hier natürlich die Reden von Herrn Leibrecht selbst, denn es ist schon toll, wenn man den eigenen Chef so vor dem Bundestag stehen sieht und faktisch über das reden hört, worauf die Arbeit im Büro mehr oder weniger herausläuft. Ein weiteres Highlight war die Regierungserklärung Angela Merkels zur Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, bei der sämtliche Vertreter der Bundesregierung und des Bundestages zugegen waren. Da die Euro-Krise  ganz Europa in Atem hält, war es ein ganz besonderes Erlebnis bei der Debatte hautnah dabei sein zu dürfen.

Doch auch in sitzungsfreien Wochen hatte ich immer etwas zu tun. Entwicklungspolitik hautnah erlebte ich bei einem Gespräch mit bedrohten Bauern aus Kolumbien. Aus erster Hand etwas über den dortigen Konflikt und seine  Auswirkungen auf die Bevölkerung  zu erfahren, war eine einzigartige Gelegenheit und sehr beeindruckend.
 
Solche interessanten Begegnungen sowie die angenehme Atmosphäre im Büro lassen das Praktikum zu einem abwechslungsreichen und lohnenswerten Erlebnis werden. Last but not least tragen dazu auch die Teilnahme an einigen Abendveranstaltungen bei, die nicht nur unterhaltsame Gesprächspartner und Diskussionen, sondern auch leckere Häppchen bieten. Beim Stamm- und Mittagstisch kann man außerdem andere Praktikanten kennenlernen, mit denen zusammen man nicht nur Erfahrungen austauschen, sondern auch im und rund um den Bundestag viel entdecken kann.

Ach so! Kaffeekochen musste ich übrigens doch, aber nur für mich selbst und bei der tollen Espressomaschine macht sogar das dann auch noch Spaß!




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