Harald Leibrecht - Ihr Bundestagsabgeordneter für Neckar Zaber -

Dienstag, 7. September 2010  zurück Seite weiterempfehlen Druckversion

Ein Praktikumsbericht aus erster Hand

PraktikantInnen sind in meinem Büro dabei eine wichtige Stütze. Allerdings nicht zum Kaffeekochen und Kopieren, dafür gibt es jeweils gute Maschinen.

So vielversprechend wird auf dieser Homepage für ein Praktikum im Büro Leibrecht geworben und gerade auch deswegen waren meine Erwartungen relativ hoch. Nach abgeschlossenem Bachelor in European Studies wollte ich endlich einmal die politische Praxis live erleben; von allen Seiten hörte ich "Oh, Praktikum im Bundestag, das ist richtig gut." Was aber genau macht man als Praktikantin im Abgeordnetenbüro?


Eine fleißige Praktikantin
Dieser Praktikumsbericht soll euch nun einen guten Eindruck in das "wahre Praktikantenleben" vermitteln. Erstmal vorneweg: die Zeit hier macht wirklich Spaß und ist erfahrungs-, ereignis- und lehrreich. Das liegt neben dem netten (und lustigen!) Team und Chef vor allem auch an den interessanten Themenbereichen, in denen Herr Leibrecht engagiert ist und an den Aufgaben, die man als Praktikant anvertraut bekommt.

Auch wenn kein Tag dem anderen gleicht - normalerweise ist zumindest der Start immer ähnlich: Beim Ticker-Zusammenstellen, einer Übersicht aller relevanten Nachrichtenagenturmeldungen, kann ich mich morgens als allererstes selber gut über die wichtigsten News informieren. Danach ist die Post an der Reihe und das hört sich langweiliger an, als es in Wirklichkeit ist!

So kommen tagtäglich Einladungen zu den tollsten Veranstaltungen: da hat Herr Leibrecht an einem Tag schon mal die Qual der Wahl zwischen einem Empfang beim aserbaidschanischen Botschafter, einem parlamentarischen Abend in der russischen Botschaft und dem Sommerfest des Bundespräsidenten. Für einzelne Termine habe ich dann auch die Möglichkeit, zu recherchieren und die Themen aufzubereiten: beispielsweise für eine Diskussionsrunde im Wahlkreis zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Baden-Württemberg oder den Vorteilen der EU für die Verbraucher.

Ansonsten orientieren sich Rhythmus und Dienstalltag natürlich am Kalender des Abgeordneten. Eine typische Woche in Berlin beginnt am Montag mit den Vorbereitungen für den Auswärtigen Ausschuss am Mittwoch. Das Zusammenstellen von Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Tops auf der Tagesordnung ist eine meiner Lieblingsaufgaben. Ob Atomversuche in Nordkorea, Taliban und Fluchtkatastrophe im pakistanischen Swat-Tal oder Verlängerung des KFOR-Mandats im Kosovo. Die Themen sind so spannend wie vielfältig.

Am Dienstag hatte ich dann oft die Möglichkeit, Herrn Leibrecht in den Arbeitskreis I "Internationale Politik" zu begleiten. Hier bekommt man durch die Erfahrungsberichte der geladenen Experten einen tollen Einblick in Länder und aktuelle Konflikte. So zum Beispiel wenn der Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Georgien erzählt, dass er sich noch vor dem Zähneputzen vergewissert, dass vor seiner Haustür kein Krieg ausgebrochen ist - Alltag im Kaukasus!

Dienstag findet auch die eigentlich geschlossene Fraktionssitzung statt, die ich einmal mitbesuchen durfte. Die Diskussionen zwischen Westerwelle und Co. samt steten Seitenhieben auf die Regierung waren sowohl interessant als auch amüsant und gaben mir natürlich einen besonders guten Einblick ins parteipolitische Alltagsgeschäft.

Mittwoch ist Ausschuss- und Plenumstag. Leider haben nur Mitarbeiter, die sich einer Sicherheitsprüfung des BND unterzogen haben, Zutritt zum AuAu - James Bond lässt grüßen. Dafür habe ich durch "Connections" zu befreundeten Büros einmal an der Sitzung des Entwicklungsausschusses teilgenommen: und der ist nicht minder interessant. Gleich zwei Minister, Gabriel und Wiezcoreck-Zeul, debattierten über Zusammen- bzw. Doppelarbeit (je nach Betrachtungsweise) des Entwicklungs- und Umweltministeriums im Ausland. Noch beeindruckender als die Minister waren allerdings persönliche Berichte von GTZ-Mitarbeitern. Frisch aus Nepal zurück, wo es gerade zur Regierungskrise gekommen war, schilderten sie nicht nur die Situation im fremden Himalayastaat, sondern erklärten auch, wie sie konstruktive Aufbauhilfe leisten. So fliegen z.B. Vertreter von ehemals verfeindeten Armeen nach Deutschland, um hier zu sehen, wie die Zusammenführung von Bundeswehr und NVA geklappt hat.

Bei einem Praktikum im Bundestag dürfen natürlich auch Plenumsbesuche nicht fehlen. Sahnehäubchen waren hier natürlich die Reden von Herrn Leibrecht selbst, denn es ist schon toll, wenn man den eigenen Chef so vor dem Bundestag stehen sieht und faktisch über das reden hört, worauf die Arbeit im Büro mehr oder weniger herausläuft. Ein weiteres Highlight war die Debatte zu "60 Jahre Grundgesetz", bei der sämtliche Vertreter der Bundesregierung zugegen waren - inklusive Angie und Frank (-Walter)!

Doch auch in sitzungsfreien Wochen hatte ich immer etwas zu tun. Gerade die Besuchergruppen ließen es mir nie langweilig werden. So durfte ich dank meiner Spanischkenntnisse 40 lateinamerikanische "young leaders" bespaßen, während Herr Leibrecht immer wieder zwischendurch zu namentlichen Abstimmungen hetzen musste (22 an einem Tag!). Außenpolitik hautnah erlebte ich bei einem Gespräch mit jungen iranischen Online-Journalisten. Deren persönliche Einschätzung der Geschehnisse kurz nach der Wahl zu hören, war natürlich eine einzigartige Gelegenheit und unglaublich spannend.

Solche interessanten Begegnungen sowie die angenehme Atmosphäre im Büro lassen das Praktikum zu einem lohnenswerten Erlebnis werden. Last but not least tragen dazu auch einige Abendveranstaltungen bei, die nicht nur unterhaltsame Gesprächspartner und Diskussionen, sondern auch leckere Häppchen bieten. Beim Stamm- und Mittagstisch kann man außerdem andere Praktikanten kennenlernen, mit denen zusammen man nicht nur Erfahrungen austauschen, sondern auch im Bundestag viel entdecken kann.

Ach so! Kaffeekochen musste ich übrigens doch, aber nur für mich selbst und bei der tollen Espressomaschine macht sogar das dann auch noch Spaß!

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